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NZZ Podium vom 7. Oktober 2010

Pulverfass Mittlerer Osten

Iran als Schlüsselfaktor

Pulverfass Mittlerer Osten Der Mittlere Osten kommt nicht zur Ruhe. Zwar scheint sich die Lage in Irak zu stabilisieren: Der Abzug der amerikanischen Truppen hat begonnen, doch ist weiterhin mit Terrorakten und interreligiösen Fehden zu rechnen.

Dagegen erweist sich Iran zunehmend als Unsicherheitsfaktor. Wohl haben die letzten Wahlen gezeigt. dass die Opposition gegen das Regime der Mullahs wächst, doch bedient Präsident Ahmadinejad nach wie vor ungehindert die Schalthebel der Macht. Es ist seine ideologische Mission, die das Gefahrenpotenzial hinsichtlich des umstrittenen iranischen Atomprogramms zusätzlich eskalieren lässt. Nicht nur Israel, sondern auch die arabische Nachbarschaft fürchtet die iranische Bombe. Der internationale Druck wächst. Kommt es bald zu einem von den Arabern geduldeten israelischen Militärschlag? Oder bleibt doch noch Hoffnung auf die Wirkung der verschärften Sanktionen des Uno-Sicherheitsrates, so dass sich der Showdown vermeiden lässt?

Die Probleme freilich setzen sich über Iran hinaus fort, der Hindukusch als Ganzes bietet eine unruhige politische Tektonik. Während der Westen mit wenig Erfolg in Afghanistan Krieg führt für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft und gegen die radikalislamischen Taliban, muss er in Pakistan zuschauen, wie das Land an Stabilität einbüsst. Die Friedensinitiativen des amerikanischen Präsidenten Obama haben bisher kaum Wirkung gezeitigt. Wird der Westen seinen Einfluss langfristig wahren können?



Ort
Kaufleuten Festsaal, Pelikanplatz 18, 8001 Zürich
Veranstaltungsort

Zeit
18.30 bis 20.15 Uhr
Tickets bestellen
30 Fr. Ab Mittwoch, 1. September 2010 über Telefon 044 258 17 80 (10.00 – 17.00 Uhr) oder direkt über
www.nzzpodium.ch/tickets oder www.kaufleuten.ch.
Referent
Ulrich Tilgner
 
Ulrich Tilgner Journalist und Auslandkorrespondent SF1

Ulrich Tilgner ist Publizist und Fernsehjournalist. Er studierte in Freiburg i. Br. und Tübingen Kulturwissenschaften, politische Wissenschaften und Wirtschaftsgeschichte. Seine journalistische Karriere begann er 1976 beim Süddeutschen Rundfunk. Aus dem Nahen und Mittleren Osten berichtet Tilgner seit 1980 für die öffentlich rechtlichen Radio- und Fernsehsender in der Schweiz und Deutschland sowie für die Nachrichtenagentur DPA und Tageszeitungen. Für seine Berichterstattung über den Kuwait-Krieg (1991) und den Irak-Krieg (2003) erhielt Tilgner 2003 den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus. Von 2002 bis 2008 leitete er das ZDF-Büro in Teheran. Heute arbeitet Tilgner als Korrespondent für das Schweizer Fernsehen.
Diskussionsteilnehmer
Tom Segev Tom Segev, Tel Aviv Historiker und Journalist, Tel Aviv

Tom Segev, 1945 in Jerusalem geboren, ist israelischer Historiker und einer der profiliertesten Journalisten seiner Heimat. Er zählt zu jener Gruppe «Neuer Historiker», die seit Jahren eine Neubewertung der Geschichte des Zionismus und des Landes Israel betreiben. Hierzulande wurde Segev erstmals durch sein Buch «Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung» (1995) bekannt. Zu seinen wichtigsten Werken gehören «Es war einmal ein Palästina» (2005), «1967. Israels zweite Geburt»(2007) sowie «Die ersten Israelis» (2008). Diesen Herbst erscheint auf Deutsch eine Biographie Simon Wiesenthals.
 
Saba Farzan Saba Farzan Publizistin, Berlin

Saba Farzan wurde in Teheran geboren und wuchs in Deutschland auf. Sie lebt als Soziologin und freie Publizistin in Berlin. Farzan absolvierte ihr Studium der Theaterwissenschaft, amerikanischen Literaturwissenschaft und Soziologie an der Universität Bayreuth. Anschliessend nahm sie Forschungsaufenthalte in New York und an der Yale University wahr. Als Publizistin schreibt Saba Farzan für zahlreiche Tages- und Wochenzeitungen in Deutschland und Österreich sowie für das «Wall Street Journal». Zu Farzans Themenschwerpunkten gehören die iranische Zivilgesellschaft sowie das Verhältnis zwischen dem Iran und den USA.
 
Gesprächsführung
Dr. Martin Meyer, Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Dr. Martin Meyer Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»

Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte».>