NZZ Podium vom 27. Mai 2010
Lebenssinn und Glücksverlangen
«Vita activa»» oder «Vita contemplativa»?
Die Frage nach dem Glück im Leben ist eine Menschheitsfrage, die jede Generation auf ihre Weise neu stellen muss.
Glück unterscheidet sich nach Kultur und Epoche, doch gibt es bei aller Differenz existenzielle Momente, die alle
teilen: Geburt und Heirat, Liebe und Gemeinschaft. Glück kann ein erfülltes Dasein meinen, aber auch – vordergründig –
die Erfüllung materieller Bedürfnisse bei wachsendem Komfort. Ob Ferien oder Eigenheim, Autos oder Uhren, schöner
Wohnen oder besser Essen - eine ganze Industrie lebt davon, uns das Glück als erwerbbare Verheissung anzupreisen.
Doch Glück ist mehr als das, es ist verkoppelt mit der Frage nach dem Lebenssinn. Entwächst solcher Sinn der
Verwirklichung des Ich oder der Einbindung in die Gemeinschaft? Ergibt er sich aus den Realitäten unseres Daseins
in der Welt oder speist er sich – vielleicht stärker noch – auch aus religiösen Quellen? Kann es Glück geben, ohne
dass wir uns ins Verhältnis zu dem setzen, was uns übersteigt? Befördert eher eine «Vita activa» oder eine «Vita
contemplativa» das Glück? Hat das Projekt der Moderne, das seit der Französischen Revolution das Glück der grössten
Zahl auf ihre Fahnen geschrieben hat, seine Versprechen eingelöst? Oder liegt das Glück eher in umgekehrter Richtung,
in Ursprung und Tradition? Wo verlaufen die Bruchlinien zwischen den westlichen Modellen von Glück und Lebenssinn
und jenen der nah- und fernöstlichen Zivilisationen?
Hier finden Sie das Referat von Professor Dr. Michael Hampe in deutscher oder englischer Fassung.
Als Podcast das
Referat und die
Diskussion .
NZZ Foyer, Falkenstrasse 11, 8008 Zürich
Veranstaltungsort
Zeit
18.30 bis 20.15 Uhr
Türöffnung
18.00 Uhr
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www.nzzpodium.ch/tickets/
Die Platzzahl ist beschränkt.
| Referent | |
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Prof. Dr. Michael HampeProfessor für Philosophie an der ETH Zürich Michael Hampe, geboren 1961 in Hannover, studierte Literaturwissenschaft, Psychologie, Biologie und Philosophie in Heidelberg und Cambridge. Er lehrte an verschiedenen deutschen Universitäten und am Trinity College Dublin, bevor er 2003 ordentlicher Professor für Philosophie an der ETH Zürich wurde. 1994/95 war Hampe Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin, 1994 erhielt er den Gerhard-Hess Preis. Hampes Arbeitsgebiete sind Philosophie der frühen Neuzeit, Erkenntnistheorie der Biologie und Psychologie sowie Metaphysik im 20. Jahrhundert. Seine letzte Buchpublikation «Das Vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück» (2009) war nominiert für den Leipziger Buchpreis. |
| Diskussionsteilnehmer | |
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Prof. Dr. Bruno S. FreyInstitut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich
Bruno S. Frey, Jahrgang 1941, studierte in Basel. Von 1970 bis 1977 lehrte er an der Universität Konstanz, seit 1977 ist er Ordentlicher Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität Zürich. Seit 2004 leitet Frey als Forschungsdirektor das CREMA. Er ist seit 1969 tätig als Mit-Herausgeber der Zeitschrift «Kyklos». Sein Forschungsgebiet ist die Anwendung der Ökonomie auf nicht-wirtschaftliche Bereiche wie Politik, Ökologie, Familie, Konflikt, Geschichte und Kunst. Frey geniesst hohes internationales Ansehen, seine Bücher (zuletzt: «Glück - Die Sicht der Ökonomie», 2010) werden weltweit übersetzt. Bruno S. Frey wurde vielfach mit Ehrendoktortitel und Preisen ausgezeichnet. |
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Katharina Hacker Schriftstellerin, Berlin
Katharina Hacker, geboren 1967 in Frankfurt am Main, lebt als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Schaffen umfasst erzählende und essayistische Prosa sowie Übersetzungen aus dem Hebräischen. Hacker studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik an der Universität Freiburg. 1990 wechselte sie an die Hebräische Universität Jerusalem; parallel arbeitete sie als Deutschlehrerin in Tel Aviv. Im Herbst 2006 wurde ihr Roman «Die Habenichtse» mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Weitere Werke sind u.a. die Romane «Der Bademeister» (2000) und «Alix, Anton und die anderen» (2009). Hackers Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. |
| Gesprächsführung | |
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Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |





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