NZZ Podium vom 15. April 2010
Jugend in der Medienkultur
Zwischen Chatten und Gamen, Chillen und Networken
Ballspielen und Basteln, Lesen und Velofahren – das sind Spielwelten von gestern. Kinder werden heute in eine
Realität hineingeboren, die in vielfältiger Weise medial geprägt ist. Jedes Kind absolviert eine rasante
Medienkarriere – vom Fernseher über den MP3-Player und das Handy bis zum PC. Computerspielen und Internet-Chatten
gehören mittlerweile zu den Lieblingsbeschäftigungen von Teenagern, die im Umgang mit Technik eine hohe Virtuosität
entwickeln. Was den Knaben die Playstation, ist den Mädchen Facebook – wer sich sozial erfolgreich positionieren will,
muss dabei sein.
Körperlich gesehen werden Jugendliche immer früher erwachsen, während sich die psychische Reifung immer weiter
hinauszögert. Liegt ein Grund dafür in der zunehmenden Medialisierung des Lebens? Geht den Heranwachsenden der
Widerstand des Wirklichen ab? Welche Moral vermitteln ihnen Computerwelten, in denen das Schöne und Steile, Schnelle
und Schreckliche grassiert? Wie verarbeiten Jugendliche mediale Inhalte, die oft weit über die eigene Lebenserfahrung
hinausreichen? Können sie noch unterscheiden zwischen «erster» und «zweiter Welt»? Fördern Internet-Communities das
Soziale oder tragen sie zur Vereinsamung bei? Wirken Gewalt-Games gewaltfördernd oder aggressionsdämpfend? Wo fängt
beim Medienkonsum die Sucht an? Wie wirkt sich der Medienkonsum auf die Sprache aus? Wie können Erwachsene Einfluss
nehmen und wie sollte eine zeitgemässe Medienerziehung aussehen?
NZZ Foyer, Falkenstrasse 11, 8008 Zürich
Veranstaltungsort
Zeit
18.30 bis 20.30 Uhr
Türöffnung
18.00 Uhr
Tickets bestellen
www.nzzpodium.ch/tickets/
Die Platzzahl ist beschränkt.
| Referent | |
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Prof. Dr. Allan GuggenbühlPsychologe FSP, dip. analyt. Psychotherapeut SGAP
Allan Guggenbühl, geboren 1952, absolvierte das Studium der Psychologie und Pädagogik in Zürich. Er war Seminarlehrer für Psychologie und Pädagogik im Kindergarten- und Hortseminar des Kantons Zürich sowie Leiter der Psychotherapiegruppen für Kinder und Jugendliche bei der Erziehungsberatung des Kantons Bern. Heute leitet er das Institut für Konfliktmanagement und Mythodrama in Zürich und Bern (www.ikm.ch). Daneben lehrt er als Professor an der Pädagogischen Hochschule des Kantons Zürich. Guggenbühl hat zahlreiche Publikationen zu Gewalt und Aggression unter Kindern wie über männlicher Identität vorgelegt, u. a. «Kleine Machos in der Krise», «Anleitung zum Mobbing» und «Pubertät echt ätzend». |
| Diskussionsteilnehmer | |
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Ursula AlderRektorin des Realgymnasiums Rämibühl Zürich
Ursula Alder, geboren in Schlieren, studierte Anglistik und Germanistik an den Universitäten Zürich und Lausanne. Nach einem Auslandjahr in Bristol (GB) ist sie seit 1998 als Mittelschullehrerin am Realgymnasium Rämibühl in Zürich tätig. Seit 2003 amtet sie als Stellvertreterin der Schulleitung. Nach einem Teilzeitstudium der Rechtswissenschaften (2007-2009) übernahm Ursula Alder am 1. März 2010 das Amt als Rektorin des Realgymnasiums Rämibühl. |
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Oliver UschmannJugendbuchautor, Ascheberg-Herbern
Oliver Uschmann, 32, studierte Literatur an der Ruhr-Universität Bochum und betätigte sich dort zusätzlich als Kulturveranstalter und Politaktivist. Seit 1999 ist er als Journalist für Magazine wie «VISIONS», «GALORE» oder «GEE» tätig und schreibt dort über Musik, Gesellschaft und Videospielkultur. Die erfolgreiche Romanreihe «Hartmut und ich», die er selbst als «Post-Pop-Literatur» bezeichnet, baut er gemeinsam mit seiner Frau Sylvia Witt zu einem Gesamtkunstwerk aus interaktiven Webseiten, spektakulären Aktionen sowie einer Ausstellung («Ab ins Buch!») aus, in welcher die Leser die Kulissen der Romane bewohnen können. In Workshops gibt Uschmann sein Praxiswissen weiter. 2009 erschien mit «Das Gegenteil von oben» der erste Jugendroman des Autors, der ganz nah an der Lebenswelt junger Menschen angesiedelt ist. |
| Gesprächsführung | |
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Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»
Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |





Das Thema und die Teilnehmer des NZZ Podiums in ausgewählten NZZ- Artikeln 

