NZZ-Podium vom 22. März 2012
Asiens Zukunft
Asiens Aufstieg scheint unaufhaltsam. Lag der Ferne Osten in der frühen Neuzeit technologisch noch weit voraus, gelang es Europa in der Folge, auf der Basis technischer Anstrengung, wissenschaftlicher Innovation und religiös-politischer Aufklärung der Welt während Jahrhunderten seinen kulturellen Stempel aufzudrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende des Kalten Krieges haben die Asiaten nicht nur den Anschluss an die Globalisierung gefunden, sie sind dabei, uns als gelehrige Schüler in vieler Hinsicht zu überrunden. Während der Westen mit Verschuldung, Überalterung und Geschichtsmüdigkeit kämpft, glauben 3,8 Milliarden Menschen in Asien daran, mit Fleiss und Witz eine bessere Zukunft bauen zu können. Schwergewichte wie China und Indien sind aus ihren ideologischen Träumen erwacht, Japan und Korea behaupten ihren Rang an der Spitze der Weltwirtschaft, Tigerstaaten wie Thailand, die Philippinen und Malaysia wittern ihre Chance. Indes weckt die neue Prosperität auch alte Spannungen und Ressentiments, Nationalismus regt sich allenthalben. In seinem Ressourcenhunger und seinem Geltungsdrang setzt China immer stärker auf militärische Machtentfaltung, die Nachbarn suchen Schutz bei den USA. Die Nordkorea- und die Taiwan-Frage sind weiterhin ungelöst. Eine asiatische Union ist nicht in Sicht. Es wird der politischen Klugheit der asiatischen Eliten bedürfen, sich eine gemeinsame Zukunft in Frieden zu sichern.
NZZ Foyer, Falkenstrasse 11, 8008 Zürich
Veranstaltungsort
Zeit
18.30 bis 20.15 Uhr
Türöffnung
18.00 Uhr
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www.nzzpodium.ch/tickets/
Die Platzzahl ist beschränkt.
| Referent | |
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Urs Schoettli Ehemaliger Fernost-Korrespondent der «Neuen Zürcher Zeitung», Autor
Urs Schoettli, geboren 1948 in Basel. Philosophiestudium an der Universität Basel. 1978 bis 1982 Generalsekretär der Liberalen Internationalen in London, danach bis 1991 Geschäftsführender Vizepräsident. 1983 bis 1989 Südasienkorrespondent der NZZ in Delhi. 1990 bis 1995 Iberien-Repräsentant der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung, erst in Madrid und danach in Sintra, Portugal. Von 1993 bis 1995 ehrenamtlicher Sekretär der Grosseuropakommission. 1996 Rückkehr zur NZZ, dort bis 1999 Korrespondent in Hongkong, danach von 1999 bis 2002 Fernost-Korrespondent in Tokio und von 2002 bis 2007 China-Korrespondent in Peking. Mitglied des Vorstands der Max Schmidheiny-Stiftung. |
| Diskussionsteilnehmer | |
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Prof. Dr. Helwig Schmidt-GlintzerSinologe, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Helwig Schmidt-Glintzer war nach Studium und längeren Aufenthalten in Ostasien und den USA von 1981 bis 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaften an der Universität München und ist seit 1993 Professor an der Universität Göttingen und Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Er lehrte an den Universitäten Bonn, Hamburg, München, Göttingen und Hannover. Er ist Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Chinastudien e.V., Berlin, und Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Akademien und Vereinigungen. Veröffentlichungen u.a.: «Chinas Angst vor der Freiheit. Der lange Weg in die Moderne» (2009). «Wohlstand, Glück und langes Leben. Chinas Götter und die Ordnung im Reich der Mitte» (2009). «China. Eine Herausforderung für den Westen» (2011). |
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Hoo Nam SeelmannSüdkoreanische Journalistin, wohnhaft in der Schweiz Hoo Nam Seelmann, geboren und aufgewachsen in Südkorea. Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken/Deutschland. Promotion über Hegels Geschichtsphilosphie und wissenschaftliche Assistentin bei Prof. Karl-Heinz Ilting; Mitherausgabe von Hegeleditionen. Publikation von zahlreichen Aufsätzen über Korea und Ostasien. 2011 erschien ihr Buch «Lautloses Weinen» (Verlag NZZ Libro). Tätig als Publizistin, Veröffentlichungen in der «Neuen Zürcher Zeitung». |
| Gesprächsleitung | |
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Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |



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