NZZ-Podium vom 28. Februar 2012
Schuldenwirtschaft ohne Ende
Gibt es eine Rückkehr zur finanzpolitischen Vernunft?
Die Weltfinanzkrise von 2008 war ein Schock, von dem sich das Finanzsystem bis heute nicht erholt hat.
Jahrelang wurden von der Finanzbranche hochspekulativ erwirtschaftete Gewinne privatisiert, die gigantischen
Verluste nach dem Platzen der Blase dagegen mussten sozialisiert werden. Um das Bankensystem vor dem Kollaps
zu retten, mussten hochverschuldete Staaten sich weiter verschulden. Andere Staaten sahen sich mit der Tatsache
konfrontiert, dass sie auf der Basis einer Konjunktur billigen Geldes weit über ihre Verhältnisse gelebt hatten.
Die öffentlichen Finanzen sind heute in vielen westlichen Ländern zerrüttet, in manchen Fällen kann ein
Staatsbankrott nicht ausgeschlossen werden. Der Vertrauensverlust in das System der öffentlichen Finanzen
droht mittlerweile den Euro in den Abgrund zu reissen. Hektische Rettungs- und Sanierungsversuche sind die
Folge, bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Während auch die USA Schulden ohne Ende vor sich her schieben,
erscheint China als der grosse Profiteur des Chaos. Die Schweiz steht vergleichsweise als Musterknabe da,
doch machen auch ihr die Turbulenzen zu schaffen. - Wie kann es gelingen, die Situation wieder zu stabilisieren?
Wird es möglich sein, auf den Pfad der finanzpolitischen Tugend zurückzukehren?
NZZ Foyer, Falkenstrasse 11, 8008 Zürich
Veranstaltungsort
Zeit
18.30 bis 20.15 Uhr
Türöffnung
18.00 Uhr
Tickets bestellen
www.nzzpodium.ch/tickets/
Die Platzzahl ist beschränkt.
| Referent | |
![]() |
Prof. Dr. Thomas JordanVizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, Bern Thomas J. Jordan,1963 in Biel geboren, studierte Volks- und Betriebswirtschaftslehre in Bern. Nach Dozenturen in Bern und Zürich trat er 1997 ins I. Departement der Schweizerischen Nationalbank in Zürich ein, wo er 2004 zum Stellvertretenden Mitglied des Direktoriums ernannt wurde. In dieser Funktion leitete er den Bereich Finanzmärkte im III. Departement, 2007 wurde er dessen Vorsteher. 2010 wählte ihn der Bundesrat zum Vizepräsidenten des Direktoriums und Vorsteher des II. Departements (Finanzstabilität, Bargeld, Finanzen und Risiken) in Bern. Neben seinem Amt nimmt Thomas J. Jordan auch noch zahlreiche internationale Mandate wahr. Jordan ist verheiratet und Vater zweier Söhne. |
| Diskussionsteilnehmer | |
|
Prof. Dr. Albrecht Ritschl Wirtschaftshistoriker, London School of Economics Albrecht Ritschl, 1959 in München geboren, ist seit 2007 Professor für Wirtschaftsgeschichte an der London School of Economics. Nach dem Ökonomiestudium an der Universität München über Hayeks Produktionstheorie hat er sich 1998 mit einer Arbeit zur Reparationsthematik und zur NS-Konjunktur habilitiert. Danach folgten Professuren in Barcelona, Zürich und Berlin. Ritschl ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums. Mit Rückgriff auf historische Erfahrungen vertritt Ritschl in seinem Fach oft pointierte Einschätzungen. So trat er gegen den Mainstream deutscher Politik für das Nachdenken über einen Schuldenschnitt für Griechenland ein. |
|
Colette Nova Vizedirektorin beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) |
| Gesprächsführung | |
![]() |
Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |



Das Thema des NZZ Podiums in ausgewählten Artikeln 

