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NZZ-Podium vom 23. November 2011

Krimiabend - NZZ-Podium im Schauspielhaus

Was uns an der Welt des Bösen fasziniert

Krimiabend

Krimis liegen im Trend, und das nicht zufällig. Wo die reale Welt unser Fassungsvermögen mehr und mehr übersteigt, bietet der Kriminalroman moralischen Halt. In der Welt des Bösen weiss man noch, woran man ist: Hinter jedem Mord steckt ein Täter, auf Betrug folgt Verdacht und auf Schuld Sühne, auch harrt noch (fast) jeder Fall einer Lösung, für die der Kommissar garantiert, der dem Guten eine Schneise schlägt, auch wenn es um ihn selbst nicht zum Besten steht. Galten Krimis früher als Trivialliteratur, hat man längst entdeckt, dass sich in ihnen profunde Psychologien, komplexe Milieubeschreibungen, gesellschaftskritische Analysen, postmoderne Scharaden und metaphysische Fragen unterbringen lassen. Dafür stehen Autoren wie Fjodor Dostojewski, John le Carré, Stieg Larsson, Umberto Eco und Friedrich Dürrenmatt.

Krimis fordern zur Variation und Virtuosität heraus. Es gibt das klassische Whodunit-Szenario, aber auch Fälle, wo es um die Methoden der Ermittlung geht. Der Schauplatz lässt sich in historische oder exotische Kulissen verlegen oder in ein regionales Ambiente einpassen. Sodann kann der Täter, das Opfer oder der Aufklärer im Zentrum stehen. Die Literatur ist voll berühmter Meisterdetektive (Philip Marlowe) oder Polizisten (Maigret), aber auch Amateure (wie Miss Marple) oder Superhelden (wie Batman) können Licht ins Dunkel bringen.

Mit Donna Leon und Wolf Haas treten beim NZZ-Podium im Schauspielhaus zwei führende Vertreter des Genres auf. Sie lesen aus ihren Werken und diskutieren über den Kriminalroman.

Diese Veranstaltung wird in englischer (und deutscher) Sprache abgehalten.


Hier finden Sie die Podiumsdiskussion

Als Podcast die Diskussion Diskussion.

Ort
Schauspielhaus Zürich, Pfauen, Rämistrasse 34, 8001 Zürich


Zeit
18.30 bis 20.15 Uhr

Türöffnung
Tür- und Baröffnung um 17.45 Uhr
Tickets bestellen
Preis Fr. 30.-. Tickets können ausschliesslich über das Schauspielhaus Zürich bezogen werden: ab Samstag, 15. Oktober 2011, Telefon 044 258 77 77 von 11 bis 19 Uhr oder online www.schauspielhaus.ch.
Die Plätze sind nummeriert, und die Platzzahl ist beschränkt.
Autoren
Donna Leon
Copyright © Regine Mosimann
Donna LeonSchriftstellerin, Venedig

Donna Leon verließ mit 23 Jahren New Jersey, wo sie 1942 geboren wurde, um in Perugia und Siena weiterzustudieren. Seit 1965 lebt sie ständig im Ausland, sie arbeitete als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi-Arabien. Seit 1981 wohnt und arbeitet Donna Leon in Venedig. Commissario Brunetti machte sie weltberühmt. Ihre Werke erscheinen bei Diogenes.


 
Wolf HaasÖsterreichischer Schriftsteller

Wolf Haas wurde 1960 bei Salzburg geboren. Er studierte Linguistik und promovierte über die sprachwissenschaftlichen Grundlagen der Konkreten Poesie. Von 1996 bis 2003 schrieb er sieben Kriminalromane, sechs davon mit dem Detektiv Simon Brenner. Drei Krimis des Brenner-Zyklus wurden verfilmt, Haas erhielt dreimal den Deutschen Krimi-Preis. Nach dem Erscheinen des sechsten Titels kündigte Haas an, keine Krimis mehr zu schreiben. Es folgte 2006 der Roman «Das Wetter vor 15 Jahren», eine Liebesgeschichte in der Form eines Interviews zwischen einer Literaturkritikerin und dem (fiktiven) Autor Wolf Haas über sein (fiktives) neues Werk.

Gesprächsführung
Dr. Martin Meyer, Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»

Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte».