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NZZ Podium vom 8. Dezember 2010

Die Zukunft der Freiheit

Ein in vielfacher Weise gefährdetes Gut

Deutschland Die Freiheit in unserer Zeit ist auf vielen Ebenen gefährdet. Verflogen ist die Euphorie der neunziger Jahre, als nach dem Ende des Kommunismus der Fortschritt zum selbstläufigen Prozess erklärt wurde. Es scheint, als hätten die freiheitlichen Ideale damals die letzte Hochphase erlebt. Heute sieht sich der Westen nicht nur bedroht durch die Renaissance fundamentalistisch-religiösen Denkens vor allem im Islam. Auch die autokratischen Regimes in China oder Russland haben neues Selbstbewusstsein gewonnen. Das Vertrauen in das System des Kapitalismus ist angeschlagen, die westliche Moral unterhöhlt.

Dabei hat uns die technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte riesige Freiheitsgewinne beschert. Das Internet sorgt für die globale Verbreitung von Wissen und hat die Welt demokratischer gemacht. Die Freiheit des Einzelnen indes ist durch Überwachung gefährdet. Im Rahmen der inneren Sicherheit scheint die Schreckensvision vom gläsernen Bürger immer realer zu werden, wie es sich denn der Staat immer öfter zur Aufgabe macht, den Bürger rundum zu betreuen. Wer als Politiker wieder gewählt sein will, gibt sich gern als fürsorglicher Volksbeglücker. Not tut deshalb eine Renaissance des freiheitlich-liberalen Gedankenguts.

Hier finden Sie die Statements von

Péter Nádas
Rüdiger Safranksi
Alice Schwarzer

Als Podcast die Referat Diskussion .
Aufgrund des Live-Mitschnitts sind einige Passagen nicht einwandfrei hörbar. Wir danken für Ihr Verständnis.



Ort
Schauspielhaus Zürich, Pfauen, Rämistrasse 34, 8001 Zürich


Zeit
18.30 bis 20.15 Uhr

Türöffnung
Tür- und Baröffnung um 17.45 Uhr
Tickets bestellen
Preis Fr. 30.-. Tickets können ausschliesslich über das Schauspielhaus Zürich bezogen werden: ab Samstag, 15. Oktober 2011, Telefon 044 258 77 77 von 11 bis 19 Uhr oder online www.schauspielhaus.ch.
Die Plätze sind nummeriert, und die Platzzahl ist beschränkt.
Diskussionsteilnehmer
Alice Schwarzer Péter Nádas Schriftsteller und Fotograf

1942 in Budapest geboren, ist als Prosaist, Dramatiker und Essayist einer der führenden Schriftsteller Ungarns. Seine berufliche Laufbahn begann er als Fotoreporter. Als Journalist und Schriftsteller kam er bald in Konflikt mit der kommunistischen Zensur. Bis 1977 fand er keinen Verlag für seine Werke. Für seinen Roman «Buch der Erinnerung» wurde Nádas vielfach ausgezeichnet. Die Übersetzung seines Mammut-Romans «Parallelgeschichten» ist in Vorbereitung.

Rüdiger Safranski Rüdiger Safranski Philosoph und Schriftsteller

geboren 1945, studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Frankfurt am Main und in Berlin. Safranski wurde durch Monografien zu Schiller, E. T. A. Hoffmann, Schopenhauer, Nietzsche und Heidegger sowie durch Abhandlungen über die Romantik, die Globalisierung und das Böse bekannt. Seit 2002 leitet er zusammen mit Peter Sloterdijk das «Philosophische Quartett» im ZDF. Er ist Träger bedeutender Essay- und Sachbuch-Preise.

Péter Nádas Alice Schwarzer Verlegerin und Autorin

1942 geboren, beschäftigte sich als Journalistin früh mit Frauenthemen. Im Zug des Studiums in Paris begann ihr feministisches Engagement. Mit dem 1971 erschienenen «Stern»-Artikel «Ich habe abgetrieben» wurde sie zur Ikone der deutschen Frauenbewegung. 1977 folgte die Gründung der feministischen Zeitschrift «Emma». Schwarzer hat mehrere Bestseller verfasst. Für ihr Engagement wurde sie vielfach und hoch ausgezeichnet.

Gesprächsleitung
Dr. Martin Meyer, Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Dr. Martin Meyer Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»

Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte».

Dr. Martin Meyer, Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Andreas BreitensteinRedaktor Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»

1961 in Zürich geboren. Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Zürich. Einjähriger Studien- und Sprachaufenthalt in den USA, danach Werbetexter und freier Literaturkritiker («Zürichsee-Zeitung», «Tages-Anzeiger», NZZ). Seit 1992 Mitglied der NZZ-Feuilletonredaktion, wo er die Kulturen und Literaturen Österreichs, Skandinaviens, Osteuropas, Russlands, Asiens und Lateinamerikas betreut. Das Schwergewicht seiner literarischen Interessen liegt bei den Schriftstellern des österreichischen, skandinavischen und ostmitteleuropäischen Raumes. Einen redaktionellen Fokus setzt er in der Berichterstattung über den Aufstieg der asiatischen Welt.