NZZ Podium vom 14. Mai 2009
Die Psychologie der Ökonomie
Ernst Fehr und seine Thesen
Wie verhalten wir uns im täglichen Leben unter unseresgleichen und den Bedingungen des Wirtschaftslebens? Welche Kategorien und Werte lenken uns dabei? Steht Fairness immer gegen Selbstinteresse? Belohnt der Markt kurzfristige oder längerfristige Investitionen? Wie weit gehen wir rein rational vor, wie weit lassen wir uns von Instinkt und Reiz beeinflussen? - Solche Fragen stehen im Zentrum des NZZ Podiums, dessen Referent als weltweit führend auf seinem Gebiet gilt: der Wirtschaftswissenschafter Ernst Fehr, der 2008 den als «Schweizer Nobelpreis» bezeichneten Marcel-Benoist-Preis erhalten hat.
Ernst Fehr, der seit 1994 an der Universität Zürich lehrt, ist über sein Kerngebiet der Ökonomie hinaus innovativ geworden, indem er die konventionellen Wege der Wirtschaftsforschung verlassen und sich mit Psychologen, Soziologen, Neurowissenschaftern und Evolutionsbiologen zusammengetan hat. So konnte er unter anderem den Nachweis führen, dass viele Individuen ein ausgeprägtes Sensorium für Gerechtigkeit haben und zu freiwilliger Zusammenarbeit bereit sind. Selbst wenn es sie etwas kostet, willigen sie ein, egoistisches Verhalten zu bestrafen und kooperatives Verhalten zu belohnen. Fehr hat herausgearbeitet, unter welchen Bedingungen diese «Reziprozitätsmotive» wirtschaftliches Verhalten massgeblich beeinflussen.
Hier finden Sie 10 Thesen zur «Psychologie der Ökonomie» von Prof. Ernst Fehr in deutscher und englischer Sprache sowie seine Präsentationscharts vom 14. Mai 2009.
Hier finden Sie das Referat von Prof. Dr. Fehr und die anschliessende Diskussion als Podcast.
Referat
und die
Diskussion
| Referent | |
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Prof. Dr. Ernst FehrProfessor für Mikroökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung Universität Zürich Ernst Fehr wurde 1956 im vorarlbergischen Hard geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien. Ab 1991 war Fehr ausserordentlicher Professor an der Technischen Universität Wien. 1994 wurde er ordentlicher Professor für Mikroökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich. Fehr ist weltweit führend auf seinem Gebiet. Er ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences, Mitglied der American Academy of Political and Social Sciences und ständiger Gastprofessor am Massachusetts Institute of Technology. 2008 erhielt er den renommierten Marcel-Benoist-Preis. Fehr ist verheiratet und hat zwei Kinder, er wohnt in Zürich. |
| Diskussionsteilnehmer | |
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Catherine MühlemannUnternehmerin und Medienmanagerin, Berlin Die Bernerin Catherine Mühlemann studierte Germanistik, Medienwissenschaften, Staatsrecht und Betriebswirtschaft. 1994 wurde sie Medienreferentin bei SF DRS, ab 1997 leitete sie den Aufbau des zweiten Kanals SF2. 1999 wechselte Mühlemann als Mitbegründerin und Programmdirektorin zum ersten Schweizer Privatkanal TV3. 2001 übernahm sie die Geschftsführung von MTV Central (Deutschland, Österreich und Schweiz). 2003 erweiterte sich ihre Verantwortung um Osteuropa und den Mittleren Osten. 2005 lancierte Mühlemann den Kinderkanal NICK und 2006 den Erwachsenensender Comedy Central. Heute ist Catherine Mühlemann als selbständige Unternehmerin, Medienmanagerin und Dozentin tätig. Sie lebt in Berlin und hat zwei Kinder. |
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Dr. Dominique von MattWerbefachmann und Dozent, Werbeagentur Jung von Matt/Limmat AG, Zürich Dominique von Matt studierte an der Universität Zürich Betriebswirtschaftslehre und promovierte zum Thema «Markenpolitik». Er ist Mitinhaber der Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat. Diese ist mit siebzig Mitarbeitern eine der grössten Werbeagenturen der Schweiz und umfasst Abteilungen für Werbung, Public Relations, Web- und Dialogmarketing. Die Agentur hat in Kreativrankings immer wieder vorderste Plätze belegt. Auf der Kundenliste finden sich u. a. Mercedes, Swisscom, Rivella, SBB und Mövenpick. Dominique von Matt ist zudem Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen und Autor zahlreicher Publikationen zu den Themen «Markenführung» und «Medienwelt». 2002 war er Schweizer «Werber des Jahres». |
| Gesprächsführung | |
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Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |





Das Thema des NZZ Podiums in ausgewählten Artikeln 

