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NZZ Podium vom 30. Oktober 2008

Amerika vor der Wahl

Obama oder McCain – wer führt das Land zu alter Stärke zurück?

Amerika vor der Wahl Nach zwei Amtsperioden unter der Regierung George W. Bushs stehen die USA vor einer spannenden Wahl. Acht Jahre sind vergangen, die im amerikanischen Weltbild tiefe, ja teilweise traumatische Spuren hinterlassen haben. Das Wahlpatt von 2000 und die Terroranschläge vom 11. September 2001, der Einmarsch in Afghanistan und im Irak, der Kampf gegen den islamistischen Terror und der Zwist mit den europäischen Alliierten, der Aufstieg Chinas und die iranischen Nuklearambitionen, exorbitante Budgetdefizite und steigende Ölpreise, der Zerfall des Dollars und die Hypothekenkrise – das alles sind Herausforderungen, mit denen sich auch der neue Präsident konfrontiert sieht.

Wird sich der nonkonformistische republikanische Haudegen John McCain oder der linksdemokratische Schwarze Barack Obama besser bewähren und das Land zu neuer Tugend und Stärke führen? Fallen mehr die Erfahrung und der Wirklichkeitssinn des Alters ins Gewicht oder der Enthusiasmus und das Versprechen des Jungen auf Wandel? Hat McCain die Kraft, das Ruder herumzureissen? Was wird aus Obamas Idealismus, wenn er Realpolitik betreiben muss?

Wie tief entzweit die amerikanische Gesellschaft ist, hat die polemisch geführte Kür des demokratischen Kandidaten offenbart. Wer schafft den Ausgleich? Wie wird die westliche Führungsmacht Amerika unter der neuen Regierung auftreten? Was darf sich die Welt, was Europa von dieser Wahl erhoffen?

Hier finden Sie das Referat von Dr. Andreas Rüesch in der deutschen oder englischen Fassung.

Als Podcast das Referat und die Diskussion.

Referenten
Dr. Andreas Rüesch, USA-Korrespondent der «Neuen Zürcher Zeitung» Dr. Andreas RüeschLangjähriger USA-Korrespondent der «Neuen Zürcher Zeitung»

Dr. Andreas Rüesch gehört der Auslandredaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» an. Er war zehn Jahre lang als Korrespondent im Ausland tätig. Von 1998 bis 2002 berichtete er für die NZZ aus Moskau über die Entwicklungen in Russland, Zentralasien und im Kaukasus. In den folgenden sechs Jahren war er in Washington für die Berichterstattung über die amerikanische Aussen- und Innenpolitik zuständig. Vor dem Eintritt in die NZZ-Redaktion studierte Andreas Rüesch an den Universitäten Zürich und Lausanne Osteuropäische Geschichte,Volkswirtschaftslehre und Politische Wissenschaft. Seine Studien schloss er 1996 mit einer Dissertation über die Wirtschaftsreformen unter Gorbatschew und Jelzin ab. Andreas Rüesch wuchs im Kanton Zug auf, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Prof. Dr. Marcia PallySoziologin und politische Kommentatorin, New York University

Marcia Pally unterrichtet an der New York University Multikulturelle Studien und ist ebenda am Institut für Geisteswissenschaften angestellt. 2007 war Pally Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Nebst ihrer akademischen Arbeit schreibt sie seit zwanzig Jahren kulturelle und politische Kolumnen für amerikanische und deutsche Zeitungen und Zeitschriften, wie zum Beispiel für die «New York Times», «The Nation», «Die Zeit», «Süddeutsche Zeitung» und die «Frankfurter Rundschau». 2008 erschien ihr Buch «Warnung vor dem Freunde: Tradition und Zukunft amerikanischer Aussenpolitik» im Parthas Verlag.

Dr. Richard Herzinger, Politischer Publizist und Journalist, Berlin Dr. Richard HerzingerPolitischer Publizist und Journalist, Berlin

Richard Herzinger wurde 1955 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin im Fach Germanistik. Seit Anfang der neunziger Jahre schrieb er regelmässig für «Die Zeit», «Der Spiegel», die «Frankfurter Allgemeine» und für die «Neue Zürcher Zeitung». Seine thematische Bandbreite umfasst Fragen der Politik, der Kultur und Literatur. Seit 2005 gehört er der Redaktion «Welt am Sonntag» an, wo er sich schwerpunktmässig mit Aussenpolitik beschäftigt. Auf «Welt Online» schreibt er die Kolumne «Aussenwelt – Richard Herzinger zur Internationalen Politik.» Als Buchautor hat sich Herzinger durch mehrere Titel einen Namen gemacht: «Endzeit-Propheten oder Die Offensive der Antiwestler» (1995), «Die Tyrannei des Gemeinsinns» (1998) und «Republik ohne Mitte» (2001).

Gesprächsführung
Dr. Martin Meyer, Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»

Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte».