NZZ Podium vom 31. Januar 2008
Zukunft und Risiko
Die Folgen des Fortschritts
Mit dem Jahr 1989 schien sich alles zum Besseren zu wenden. Das Ende des Kalten Kriegs liess im Westen das Bild einer
zukünftigen globalen Weltordnung aufsteigen, die sich nach den aufklärerischen Prinzipien von Liberalismus
und Demokratie richten würde. Manche meinten schon vom «Ende der Geschichte» sprechen zu können. Seit den
islamistischen Terrorattacken von 2001 haben sich diese Hoffnungen weitgehend zerschlagen. Nicht nur macht sich der
Wettstreit zwischen Freiheit und Autoritarismus erneut bemerkbar, auch zwischen Moderne und Tradition ist ein heftiges
Ringen in Gang. So manifest die Vorteile der Globalisierung sind, scheinen sie auch auf einen verschärften Kampf
um Ressourcen und Einflusssphären hinauszulaufen. Hinzu kommen die Unabsehbarkeiten des Klimawandels. Die Politik
wirkt überfordert, die Zukunftsperspektiven scheinen sich zu verdüstern. Ob Erderwärmung, Überalterung,
Terror, neue Kriege oder globale Seuchen – die Zukunft ist angstbesetzt. Gleichzeitig leben wir im Westen in der wohl besten
aller bisherigen Welten. Wie geht das zusammen? Was steht uns bevor?
Hier finden Sie das Referat von Prof. Dr. Meinhard Miegel in der deutschen oder englischen Fassung.
| Referent | |
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Prof. Dr. Meinhard MiegelInstitut für Wirtschaft und Gesellschaft IWG, Bonn Meinhard Miegel, geboren 1939 in Wien, studierte in den USA und in Deutschland Philosophie, Soziologie und Rechtswissenschaften. Nach seiner Promotion und einer Anstellung bei der Firma Henkel (1970-1973) wurde er Mitarbeiter des CDU-Generalsekretärs Kurt Biedenkopf. Zusammen mit Kurt Biedenkopf gründete er 1977 das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) in Bonn. 1992 und 1998 hatte Meinhard Miegel einen Lehrstuhl an der Universität Leipzig und leitete dort auch das Zentrum für Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Meinhard Miegel ist Beiratsmitglied verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen, die sich mit gesellschaftspolitischen Zukunftsfragen befassen, sowie ständiger Berater von Politik und Wirtschaft. Letzte Publikationen: «Die deformierte Gesellschaft. Wie die Deutschen ihre Wirklichkeit verdrängen» (2002), «Epochenwende. Gewinnt der Westen die Zukunft?» (2005). |
| Diskussionsteilnehmer | |
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Prof. Dr. Dieter ThomäKulturwissenschaftliche Abteilung, Fachbereich Philosophie, Universität St. Gallen Dieter Thomä, geboren 1959, studierte in Berlin und Freiburg und lehrte in Paderborn, Rostock, New York, Berlin, Essen. Im Herbst 2000 wurde er an den Lehrstuhl für Philosophie an die Universität St. Gallen berufen. Seit dem Jahr 2002 ist Thomä für Buchbesprechungen zuständiger Mitherausgeber der «Deutschen Zeitschrift für Philosophie» und seit 2003 Mitherausgeber der «Reihe zur Einführung» des Junius Verlages. Seit 2007/08 ist er Fellow am Max Weber Kolleg in Erfurt. Dieter Thomäs Arbeitsschwerpunkte sind Sozialphilosophie, Ethik, Kulturphilosophie, politische Philosophie, Phänomenologie. In all diesen Bereichen treibt ihn die sokratische Frage um, «wie zu leben sei». Letzte Veröffentlichungen: «Vom Glück in der Moderne» (2003), «Totalität und Mitleid. Richard Wagner, Sergej Eisenstein und unsere ethisch-ästhetische Moderne» (2006), «Erzähle Dich selbst. Lebensgeschichte als philosophisches Problem» (2007). |
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Therese Frösch Nationalrätin und Fraktionspräsidentin der Grünen Partei Therese Frösch wurde 1951 in Zofingen geboren. Sie absolvierte die Ausbildung zur Sozialarbeiterin und war fortan in verschiedenen Projekten in Afrika wie auch in der Flüchtlingshilfe und im Berner Inselspital tätig. 1986 bis 1992 war sie geschäftsleitende Sekretärin der Gewerkschaft VPOD Bern/Kanton. 1992 wurde Therese Frösch, Mitglied der Grünen Partei, in den Berner Gemeinderat (Exekutive) gewählt. 1993 bis 2003 war sie Finanzdirektorin, dann noch ein Jahr lang Sozialdirektorin der Stadt Bern. 2003 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Sie ist Fraktionspräsidentin der Grünen Partei und neu Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, nachdem sie vorher Mitglied der Finanzkommission war. Zudem ist sie Mitglied der beratenden Kommission des Bundesrats für entwicklungspolitische Zusammenarbeit. |
| Gesprächsführung | |
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Dr. Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |





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