NZZ Podium Naher Osten vom 27. September 2007
Krisenherd Naher Osten
Eine Region zwischen Gefahren und Hoffnungen
Seit Jahrzehnten hält der Nahe Osten die Welt mit immer neuen Kriegen und Konflikten in Atem.
Kernstück der Irritation bildet der jüdische Staat, der in der Folge der Katastrophe
des Holocaust 1948 Wirklichkeit wurde. Israel wurden von arabischer Seite mehrere Kriege aufgezwungen,
der Sieg führte zur Besetzung des Westjordanlandes. Die Palästinenser reagierten mit anhaltendem
Widerstand und Terror. Verhandlungen über ein Friedensabkommen sind bis heute gescheitert.
Auch sonst bietet der Nahe Osten ein Bild der Zerrissenheit: Despotie steht im Widerstreit zu Demokratisierung,
Ölreichtum in Kontrast zu Unterentwicklung. Der islamische Fundamentalismus bekämpft jede Liberalisierung.
Der Iran strebt nach Atomwaffen, zugleich droht eine Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten. Der amerikanische
Plan, nach dem Sturz Saddam Husseins in Irak einen föderalistisch organisierten demokratischen Modellstaat
für die Region zu errichten, scheint zum Scheitern verurteilt.
NZZ Podium diskutiert in kompetenter Runde die vielfachen Aspekte des Nahost-Konflikts.
Hier finden Sie das Referat von Viktor Kocker in der deutschen oder englischen Fassung.

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| Referent | |
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Victor KocherNahost-Korrespondent der «Neuen Zürcher Zeitung» Victor Kocher kam 1952 in Baden zur Welt. In Zürich und Genf studierte er Altphilologie und Arabisch. 1977 wandte er sich dem Nahen Osten zu, zunächst als Reisender, dann als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. 1983 trat er in die Auslandredaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» ein. Dort behandelte er Themen aus dem Bereich des Islams und der arabischen Welt sowie Sportarten im Luftraum. 1992 zog er als Nahostkorrespondent nach Nikosia auf Zypern. Victor Kocher setzte sich intensiv mit dem Osloer Friedensprozess und seinem Scheitern auseinander, später mit der Unterdrückung der Palästinenser und deren Widerstand. Ein weiterer Fokus seiner Arbeit ist der Terrorismus und der dagegen geführte Krieg. |
| Diskussionsteilnehmer | |
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Prof. Dan DinerHistoriker, Universitäten Jerusalem und Leipzig Dan Diner, geboren 1946 in München, ist Professor für Moderne Europäische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Diner ist als Autor zahlreicher Publikationen zur europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, des Vorderen Orients, der deutschen Geschichte, insbesondere des Nationalsozialismus und des Holocaust sowie der jüdischen Geschichte, hervorgetreten. Zu seinen wichtigsten Werken gehören: «Das Jahrhundert verstehen. Eine universalhistorische Deutung» (1999), «Feindbild Amerika. Über die Beständigkeit eines Ressentiments» (2002), «Gedächtniszeiten. Über jüdische und andere Geschichten» (2003) sowie «Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt» (2005). |
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Najem WaliSchriftsteller und freier Autor Najem Wali, geboren 1956 im irakischen Basra, flüchtete 1980 nach Ausbruch des Iran-Irak-Krieges nach Deutschland. In Hamburg und Madrid studierte er deutsche und spanische Literatur. Wali arbeitete lange Zeit als Kulturkorrespondent für die arabische Tageszeitung Al-Hayat und veröffentlichte Romane sowie Erzählungen. Seine Bücher sind in verschiedene Weltsprachen übersetzt worden. Auf Deutsch erschienen sind «Der Krieg im Vergnügungsviertel» (1989), «Hier in dieser fernen Stadt» (1990) und «Die Reise nach Tell al-Lahm» (Hanser, 2004 München). Im Herbst 2007 erscheint sein Roman, «Josephs Bild». Najem Wali lebt heute als freier Autor und Journalist in Berlin. Er war im Frühling 2007 der erste arabische Romancier, der Israel besuchte und damit, wie zahlreiche negative Reaktionen in der nahöstlichen Presse zeigen, ein Tabu brach. |
| Moderator | |
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Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte». |





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