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NZZ Podium China vom 10. Mai 2007

China – ein Reich rückt in die Mitte

Wenn eine Milliarde Menschen mobil macht

China – ein Reich rückt in die Mitte Lange hat es gedauert, bis China das politische und wirtschaftliche Gewicht zurückerlangte, das ihm von seiner Geschichte, der Grösse des Landes und der Zahl der Bevölkerung her zusteht. So verpasste es Ende des 19. Jahrhundert die Chance zu modernen Reformen, litt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem Kolonialismus und ging dann unter Mao den Irrweg des Kommunismus. Die «Kulturrevolution» der sechziger Jahre, die gegen alles «Bürgerliche» wütete, liess die Volksrepublik in Kollektivismus und Rückständigkeit erstarren.
Die wirtschaftliche und politische Öffnung kam in den achtziger Jahren und hat trotz der Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989 an Dynamik gewonnen. Heute entwickelt sich in China die Modernisierung so schnell, dass die kommunistische Alleinherrschaft zusehends in Frage steht. China ist zu einer ökonomischen Grossmacht geworden, doch behauptet es trotz Verwestlichung seine Identität.
Wohin entwickelt sich China? Wird der Nationalismus obsiegen oder der Ausgleich, die Autokratie oder die Demokratie? Ist das Reich der Mitte der entfesselten Dynamik des Fortschritts gewachsen? Solche und ähnliche Fragen werden im NZZ Podium diskutiert.

Hier finden Sie das Referat von Urs Schoettli in der deutschen oder englischen Fassung.

Referent
Urs Schoettli, Korrespondent NZZ International - Peking Urs SchoettliKorrespondent NZZ International - Peking

Geboren 1948 in Basel. Philosophiestudium an der Universität Basel. 1978 bis 1982 Generalsekretär der Liberalen Internationalen in London, danach bis 1991 Geschäftsführender Vizepräsident. 1983 bis 1989 Südasien-Korrespondent der NZZ in Delhi. 1990 bis 1995 Iberien-Repräsentant der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung, erst in Madrid und danach in Sintra, Portugal. Von 1993 bis 1995 ehrenamtlicher Sekretär der Grosseuropakommission. 1996 Rückkehr zur NZZ, dort bis 1999 Korrespondent in Hongkong, danach von 1999 bis 2002 Fernost-Korrespondent in Tokio und seit 2002 China-Korrespondent in Peking. Im Vorstand der Max-Schmidheiny-Stiftung.

Diskussionsteilnehmer
Uli Sigg, Ehemaliger Schweizer Botschafter in China Uli SiggEhemaliger Schweizer Botschafter in China

Uli Sigg wurde 1946 geboren. Seine berufliche Laufbahn begann er als Wirtschaftsjournalist im Ringier-Verlag. Später wechselte Sigg zum Aufzugshersteller Schindler, dessen Expansion im asiatischen Raum er durch das erste Joint-Venture-Abkommen zwischen China und dem Westen bewerkstelligte. Von 1995 bis 1998 war Sigg Botschafter der Schweiz für China, Nordkorea und die Mongolei. Heute ist er Vizepräsident des Verwaltungsrates der Ringier AG. Uli Sigg besitzt eine der weltweit grössten Sammlungen zeitgenössischer chinesischer Kunst.

Junhua Zhang, Geschäftsführer AZET Asien Zentrum für Entwicklung und Transformation, Berlin Junhua ZhangGeschäftsführer AZET Asien Zentrum für Entwicklung und Transformation, Berlin

Junhua Zhang, 1958 in Shanghai geboren, lebt seit zwanzig Jahren in Deutschland. Zhang studierte und promovierte in Frankfurt am Main im Fachbereich Philosophie. Im Anschluss lehrte er fünf Jahre lang an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaft und Sinologie. Es folgten Gastprofessor für Politikwissenschaft an der University of Victoria B.C. in Kanada und an der Moskauer Staatsuniversität. Von 2005 bis 2006 war Zhang als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin tätig. Seit September 2006 ist er Geschäftsführer des Berliner Asien-Zentrums für Entwicklung und Transformation. Im Bereich Chinaforschung hat Junhua Zhang zwei Bücher und zahlreiche Aufsätze zu unterschiedlichen Themen publiziert.

Moderator
Martin Meyer, Chef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung» Martin MeyerChef Feuilleton «Neue Zürcher Zeitung»

Martin Meyer, geboren 1951 in Zürich, studierte Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Zürich. Seit 1974 ist er Redaktor im NZZ-Feuilleton, 1992 übernahm er dessen Leitung. Die Schwerpunkte seiner publizistischen Arbeit liegen in der Zeitanalyse, in der Literatur und Philosophie sowie in der klassischen Musik. Martin Meyer ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher, u. a. über Ernst Jünger, Thomas Mann sowie die Schweiz und Europa. Weitere Publikationen galten dem «Ende der Geschichte» und dem «Krieg der Werte».